Wermelskirchen, 8.1.2026

 

Traditionsreiches Bestattungshaus schließt nach über 120 Jahren bewusst seine Türen

 

Nach mehr als einem Jahrhundert endet die Geschichte des Wermelskirchener Bestattungshauses Nußbaum.

Seit Anfang Januar werden keine Bestattungen mehr angenommen.

 

Inhaberin Gundel Nußbaum hat sich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, den Familienbetrieb an der Luisenstraße zu schließen. Die Tochter der 58-jährigen Unternehmerin hat einen anderen Berufsweg eingeschlagen. Für eine Nachfolge steht diese daher nicht zur Verfügung, und an einen Fremden verkaufen möchte die Bestatterin nicht.

 

„Der Name Nußbaum steht für eine bestimmte Art, Menschen in einer Ausnahmesituation zu begleiten – mit Zeit, Respekt, Kompetenz und persönlicher Betreuung“, so die Inhaberin. Diese Werte ließen sich aus ihrer Sicht nicht verlässlich weitergeben, ohne selbst weiterhin die volle Verantwortung zu tragen. Gerade im Bestattungswesen sei Vertrauen zentral. „Unser Name ist kein austauschbares Markenzeichen, sondern war ein Versprechen an die Angehörigen, die sich in einem Moment großer Verletzlichkeit an uns gewendet haben.“

Dieses Versprechen wollte die Inhaberin nicht gefährden, indem der Betrieb unter gleichem Namen, aber mit möglicherweise veränderten Maßstäben fortgeführt wird.

 

Den Zeitpunkt der Schließung hat Gundel Nußbaum bewusst gewählt. Sie sagt: „Ich wollte den Geschäftsbetrieb vor dem 125-jährigen Jubiläum beenden. Diesen Prozess können meine Mitarbeiterin Linda Madel und ich jetzt noch aktiv gestalten.“

 

Die Geschichte der Firma Nußbaum beginnt im Jahr 1902, als Wilhelm Nußbaum an der Hilfringhauser Straße eine Schreinerei gründete, in der auch Särge getischlert und Bestattungen durchgeführt wurden. Gundel Nußbaum übernahm den Betrieb von ihren Eltern Ursel und Friedrich Wilhelm Nußbaum in vierter Generation. Die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau hatte zuvor bereits eine Schreinerlehre absolviert, ihren Meister gemacht und im Familienbetrieb mitgearbeitet.

Nach Weggang des damaligen Geschäftsführers im Jahr 2015 nahm sie vollumfänglich die Geschäftsleitung wahr. Um den neuen Aufgaben gerecht zu werden, legte sie 2016 auch noch die Meisterprüfung im Bestatterhandwerk ab.

 

„Ohne Linda Madel hätte das alles nicht funktioniert“, betont Gundel Nußbaum. Die engagierte Mitarbeiterin steht seit der Übernahme an der Seite ihrer Chefin und ist heute Prokuristin.

Nun wird sich die 40-Jährige beruflich neu orientieren – im kaufmännischen, verwalterischen oder organisatorischen Bereich. „Eher nicht im Bereich Bestattungswesen“, erklärt Linda Madel.

Eine derart gut eingespielte Zusammenarbeit wie mit ihrer derzeitigen Chefin könne sie sich in einem anderen Bestattungsbetrieb nur schwer vorstellen.

Gundel Nußbaum selbst will zunächst die Liquidation des Familienbetriebs hinter sich bringen, bevor sie Pläne für die eigene Zukunft schmiedet.

 

Vorsorgekunden werden verständigt

Die Kunden, die einen Vorsorgevertrag mit der Nussbaum Bestattungen GmbH abgeschlossen haben, erhalten in den nächsten Wochen ein Informationschreiben des Unternehmens, mitAnmerkungen zur weitereren Vorgehensweise.

Die Kunden können ein anderes Bestattungsunternehmen ihrer Wahl bestimmen, um ihre Vorsorgeangelegenheiten weiterhin zu regeln. Finanzielle Absicherungen behalten ihre volle Gültigkeit und werden aus den bestehenden

Verträgen übertragen.

Das Büro der Firma Nussbaum Bestattungen GmbH bleibt noch bis zum 27. Februar 2026 geöffnet, um Rückfragen hierzu zu beantworten.

Kontakt

02196 - 88 99 11

Ständige Ruf - und Dienstbereitschaft

Druckversion | Sitemap
© Nussbaum Bestattungen GmbH